Dienstag, 2. August 2016

Nachholbedarf: Mini Micro- Bloggertreffen

Es ist jetzt fast 6 Wochen her, doch erst jetzt finden Lust und vor allem Zeit zusammen. Doch lasst mich erzählen: 


"Volker, am 24.06. musst du nach Wiesbaden, die Kollegen dort unterstützen. Sven, Jörg und Gregor fahren auch. Übernachtung ist schon genehmigt." 

Beruflich in Wiesbaden, der Arbeitgeber zahlt. *grins*

Sofort schwenken meine Gedanken zu Minya, die - wie ich vermute - auf der anderen Seite des Rheins, in Mainz, wohnt.
Habe ich aber überhaupt Zeit? Ich muss erst arbeiten, dann wollen die Kollegen essen gehen und ne Kleinigkeit trinken.
Ach was, eine Stunde, direkt nach der Arbeit, wird es doch wohl möglich sein?!
Schnell schreibe ich Minya an, erkläre die Situation und rechne mit einer Absage, da es sich ja nur um eine einzige Stunde handelt, die ich auch noch zeitlich vorher festlege...

Pustekuchen, Rechnung ohne die liebe Minya gemacht! "Da wird doch wohl was möglich sein" lautet ihre Antwort und wir verabreden uns am Gebäude meines Arbeitgebers. 18.00 Uhr Feierabend machen, dann rechne ich mit einer Stunde Kaffee-Minya-Benzinplausch, danach mit einer halben Stunde im Bad, kann also meine Kollegen um ca. 19.30 Uhr zum Pizzaessen treffen. Kurz, aber es passt.

Und genau SO kann der Plan auch in die Tat umgesetzt werden.
Ich schaue kurz vor 18.00 Uhr aus dem Fenster und sehe eine hübsche Brünette, die vor dem Gebäude wartet. Minya! So sehe ich sie erstmals nicht nur auf einem Bild vor mir, sondern live, in echt, real!

Als ich das Gebäude verlasse und auf Minya zugehe, ist mein erster Gedanke "Wow! Jetzt verstehe ich Minya, wenn sie sagt, dass sich unsere Körpergröße nicht so sehr unterscheidet. Mit Schuhen ist blickt sie mir direkt in die Augen!" Ich messe 196 cm... Sofort verstehe ich, dass wir relativ gleiche Empfindungen auf Motorrädern haben, deren Windschilder nicht für unsere Höhen ausgelegt sind. Umso weniger verstehe ich dann, dass Minya dann hier oder da eben gar keine Probleme hat, während ich auf diesen Bikes nach 5 Minuten Kopfschmerzen bekomme.

Nach einer schnellen Begrüßung führt mich Minya zu einem netten Café, wir plauschen bei Café au Lait und einem Nutellahörnchen (Tipp an die Männer: esst niemals ein Nutellacroissant, wenn ihr euch danach noch "ordentlich" unterhalten wollt. Nutella klebt an Lippen und Mundwinkeln, erschwert das Sprechen und wirkt vor allem NICHT: Knigge- like...) und sprechen über dütt und datt.

Leider vergeht die Zeit bei solchen Treffen noch schneller als sie es sonst schon tut. Gefühlt haben wir uns gerade erst hingesetzt, schon ist es kurz vor 19.00 Uhr, ich muss noch ca. 300 / 400 m zum Hotel gehen und mich frisch machen.

Minya ist so lieb und begleitet mich bis zum Hotel. Dort schießen wir noch schnell ein Selfie. (Als ich mir die Bilder später ansehe, denke ich an die Ungerechtigkeit, warum Frauen auf Bildern immer besser aussehen als wir Kerle. ABER: Ich hab ja auch 10 Stunden ohne Klimaanlage körperlich gearbeitet! Ätsch, so ist das nämlich! ;-) )

Hier also das Bild, auf dem ich mich noch so gerade ansehen kann, Minya sieht auf allen vier Fotos gut aus:

Auf dem Foto, auf dem ich dann endlich nicht zu hoch oder zu tief schaue und auch vielleicht lächele ist Minya leider unscharf :-(

Nach einer (leider) kurzen Verabschiedung stürme ich ins Zimmer, spule das Reinigungsprogramm ab, nehme mir 10 Minuten um die Stimme meiner Liebsten zu hören und treffe meine Kollegen um 19.45 Uhr. Sie hatten in der Lobby das erste kühle Bier in der Hand und waren nicht wirklich unzufrieden. :-)

Liebe Minya, ich hoffe, dass wir irgendwann einmal mehr, deutlich mehr Zeit füreinander finden! Die begonnenen Gespräche sind noch lange nicht zu Ende geführt, oder? Und ich würde gern auch Gesa kennen lernen und ihr ein paar Kilometer durch schöne Gegenden folgen.
Ich danke dir, dass du weder Zeit noch Weg oder Mühen gescheut hast, um dieses Micro*- Treffen zu ermöglichen!

 * Ähm... Micro, nicht Mini. Mini wäre ein Treffen zu zweit, aber mit mehr Zeit. Zu zweit mit wenig Zeit ist somit ein Micro- Treffen. Oder?

:-)



Mittwoch, 1. Juni 2016

Die Qual der Wahl

Seit Wochen - nee, schon seit Monaten beschäftige ich mich mit möglichen Nachfolgern für meine Ténéré. Oder soll ich sie doch behalten und ein zusätzliches Motorrad anschaffen (das aber mehr auf die Straße gehört)?

Meine geliebte Ténéré, die mich nun schon seit mehr als 6 Jahren begleitet und auch auf manch kurviger Strecke mit ihrem BlubbBlubbBlubb begeistert, reicht mir in anderen Momenten leider nicht mehr aus. Vor allem, wenn ich mit meiner Liebsten fahren möchte. Aber: die Vibrationen des Einzylinders und die doch relativ kleine Sitzfläche des Soziussitzes verursachen unangenehme, nicht weiter erwähnte Probleme bei weiblichen Passagieren.
Die Dominator damals hatte sogar noch mehr, moderne Motorräder haben dank einer Ausgleichwelle und/ oder -gewichten wenig Vibrationen. Trotzdem sind sie bei der XT660 noch spürbar und sorgen teils für einschlafende Hände, einreißende Kennzeichen, unruhige Fahrt bei höheren Geschwindigkeiten, wackelnde Windschilder und allgemein irgendwann (bei mir) für Kopfschmerzen.

Die Motorleistung spielt eigentlich eine untergeordnete Rolle. 48 PS aus dem Einzylinder der Ténéré reichen auch mit 2 Personen aus, zumal mein Fahrstil mit Sozia harmloser (ja ja, noch harmloser, ich weiß *gnarf*) und verantwortungsvoller ist.

Die Sitzposition ist auch auf der Ténéré für mich optimal. Aufrecht, Hüfte und Knie haben einen angenehmen Winkel und bei meiner Größe erreiche ich problemlos den Boden. 3 von 4 meiner Motorräder fallen auch in diese Kategorie. Und ich glaube, dass ich vor allem auf Grund der Sitzhöhe auf einer Reiseenduro richtig aufgehoben bin.

Im Grunde suche ich also eine laufruhigere Ténéré mit breiterem Soziussitz *lach*

Was ist, wenn ich motorradmäßig in anderen Revieren wildere? Tja, da bin ich echt schwierig:

  • Tourer / Sporttourer im Schlage einer Honda Goldwing, BMW K1600GTL, Yamaha FJR1300AS? Nein, das bin ich nicht. Vielleicht noch nicht? Ich kann mich den Gedanken Svenjas anschließen, dass ich sowas noch "im Alter" fahren kann ;-)
  • Sportler / Supersportler aus der Reihe Yamaha R1, Kawasaki Ninja HR mit 200 PS? Nee! Die Bikes entsprechen meinem Fahrstil nun gar nicht. Auch ist dir jedes Schlagloch sicher, zu sehr sind diese Modelle für die glatten Kurven ausgelegt
  • Naked Bikes like KTM Super Duke, Honda CB1100EX? Suuuperschöne Motorräder, von denen ich auch eines hätte, wenn Garage und Geldbeutel groß genug wären. Aber der fehlende Windschutz ist nicht meins, zudem ist die Sitzhöhe in den meisten Fällen auch recht gering
  • Scrambler? WOW! Ne Ducati Scrambler, Triumph Scrambler oder wegen meiner auch die BMW RnineT sind auch suuuperschöne Bikes, die sich sicher auch teils klasse fahren lassen. Hier denke ich an Minyas Bericht. Die ErFAHRUNG muss ich selbst noch machen, aber eigentlich ist auch dafür die Garage zu klein :-(
  • Chopper / Cruiser? Kann ich nicht. Die 600er Shadow, die mir mal aufgezwungen wurde, hat mir richtig Rücken beschert. Optisch oft der Hammer, wie z.B. die Triumph Rocket III oder auch die Harley Iron 883, wahnsinnig schön anzuschauen- so wenig entsprechen diese Motorräder meinem Typ. Umso neugieriger lese ich heimlich bei Polly Valente mit, die auf ihren Fotos immer wieder eindrucksvoll eine Einheit mit ihrer Vulcan 900 bildet   
Meine VFR war ein Sporttourer. Obwohl sie kein reiner Sportler war und damit keine sehr gebückte Sitzposition aufzwang, schmerzten die Handgelenke und Knie doch schon nach einer Zeit.

Ich bin gern auch mal abseits der Straße unterwegs. Nein, falsch ausgedrückt: Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, dann merkt man den Straßenzustand im Westen Deutschlands schon ziemlich genau. Auch 2-3 legale Schotterwege fahre ich ab und zu, um Zeit zu sparen. Und ein paar Nebenstraßen in Schottland oder Norwegen (beides Zukunftsmusik) oder Schweden (da war ich schon! :-) ) oder oder oder werden sicher auch nicht bretteben sein.

Ein 21 Zoll- Vorderrad spielt dabei auch seine deutlichen Vorteile aus. Je größer das Vorderrad ist, desto einfacher bzw. angenehmer lassen sich Schlaglöcher oder Schotterstrecken meistern. Und ein Kurvenräuber par excellence bin ich ja eh nicht und kann deswegen auf ein 17 Zoll- Vorderrad wie bei einer SuMo verzichten.

Ich bin einfach der Typ für eine Reiseenduro. Aufrechtes Sitzen, große Federwege, Windschutz und eine große Sitzhöhe. Und sofort denkt man an die BMW R1200GS. Das Motorrad mit den höchsten Zulassungszahlen in Deutschland.
Hm? Nee, in der Tat nichts für mich. Zu fett, zu schwer, 19" Vorderrad und erheblich zu teuer. Auch eine KTM 1190 Advenure mit 150 PS kommt nicht in Frage. Oder eine Triumph Explorer- sie entsprechen nicht *meinem* Bild einer Reiseenduro. Über eine BMW S1000XR möchte ich auch nicht näher nachdenken. Aus meiner Sicht vollkommen überdimensioniert...

Welche Motorräder kommen für mich also in Frage?
Die Kandidaten, die meinen Anforderungen erst einmal im Groben entsprechen:

  • BMW F800GS Adventure
  • BMW F800GS 
  • Kawasaki Versys 650 und 1000
  • KTM 1050 Adventure
  • Honda VFR800X Crossrunner
  • Honda CRF1000L Africa Twin
  • Triumph Tiger 800 XCx
  • Yamaha MT-09 Tracer
  • Suzuki V-Strom 650XT und 1000

Wenn ich mir diese Bikes genauer anschaue, muss ich leider (!) einige Maschinen direkt aussortieren, weil sie mir einfach zu niedrig sind und/oder ein zu kleines Vorderrad haben:

  • Kawasaki Versys 650 und 1000 (Sitzhöhe 84cm, 17" Vorderrad, Gußfelge)
  • KTM 1050 Adventure (Sitzhöhe 85cm, 19" Vorderrad, Gußfelge)
  • Honda VFR800X Crossrunner (Sitzhöhe 83,5cm, 17" Vorderrad, Gußfelge)
  • Yamaha MT-09 Tracer (Sitzhöhe 86cm, 17" Vorderrad, Gußfelge)
  • Suzuki V-Strom 650XT (Sitzhöhe 83,5cm, 19" Vorderrad)
  • Suzuki V-Strom 1000 (Sitzhöhe 85cm, 19" Vorderrad, Gußfelge)

Bei diesen Motorrädern wie vor allem der MT-09 Tracer oder der KTM 1050 Adventure hätte ich aufgrund des relativ geringen Kaufpreises (unter 10.000 Euro neu, die KTM zumindest im Januar / Februar 2016) gesagt, dass ich doppelgleisig fahre und auch die Ténéré behalte.
Aber mich immer wieder fragen, welches Mopped ich wann nehme? Oder vor der Entscheidung zu stehen, fast nur auf Nebenstrecken in Schweden zu fahren, aber mit Sozia? Dann würde ich doch eh wieder zur Ténéré greifen!

Ein neues Motorrad muss also konkret folgende Anforderungen erfüllen:

  • vibrationsarm
  • voll soziustauglich
  • große Federwege
  • 21 Zoll- Vorderrad mit Speichen
  • relativ hohe Sitzhöhe, damit eine evtl. Aufpolsterung nicht zu aufwändig wäre
  • der Bauweise entsprechend trotzdem relativ leicht
  • größtenteils geländegängig
  • Windschutz

Und damit bleiben die 800er BMWs, die neue AfricaTwin und die Tiger XCx übrig. 
Alle diese Motorräder habe ich ausführlich Probe gefahren.

Die positiven Aspekte dieser Motorräder habe ich quasi vorweggenommen, deswegen kann ich mich nun auf die -für mich- negativen Punkte beschränken.

Die F800GS Adventure ist in der Fahrschule meines Freundes vorhanden, eine Tour mit ihr habe ich ja bereits vorgestellt. Ist sie vollgetankt, und das sind ja 'nur' 24 Liter, wird sie ein wenig kopflastig. Zudem ist das große Windschild für mich so angebracht, dass der Wind knatternd meinen Helm erreicht und ich binnen Minuten Kopfschmerzen bekomme. Meine Freundin beschwert sich, dass sie als Sozia ziemlich breitbeinig sitzen muss, da der Tank und auch die Kofferhalter recht breit bauen.

Die Triumph Tiger 800 XCx habe ich über eine Stunde gefahren und war motormäßig begeistert, der Windschutz genau richtig- aber irgendwie habe ich mir am Rahmen die Beininnenseiten am Knie blau gehauen. Der Übergang vom Tank zum Rahmen ist für meine Stelzen irgendwie... hm... anstößig ;-). Trotz des tollen Motors habe ich irgendwie keine emotionale Verbindung herstellen können.

Die normale F800GS habe ich erst neulich auf einer kurzen Probefahrt getestet. Wunderschön kommt sie daher finde ich:



In den roten Rahmen habe ich mich sofort verknallt, als sie schon im letzten Jahr so auf den Markt kam! Und trotzdem, da hat der Händler wohl recht, hätte ich sie eher im 2016er Schwarz gekauft, da diese außergewöhnlichen Farbkombinationen nur eine Zeit lang modern sind und nach ein paar Jahren der Wiederverkaufswert eher sinkt. "Egal, welche Farbe ein Motorrad hat, Hauptsache es ist schwarz", so der Verkäufer. :-)

So sieht sie also Schwarz aus:



Und die Probefahrt, wo ich doch alle Hoffnung in die normale 800er gesteckt habe? Der Wind landet vom Windschild ganz unangenehm genau in meinem Visier. Der Soziussitz ist besser als bei der Adventure, baut aber nach Aussage meiner Freundin immer noch recht breit. Und dann ist da am Haltegriff noch ein Nöppel (Halterung für die Koffer, sieht man auch im Bild), an dem meine Freundin sich die Wade blau geschlagen hat. Dadurch war das Mopped *sofort* disqualifiziert- auch wenn man andere Haltegriffe hätte montieren können :-(

Die normale 800erGS also auch nicht, ich könnte heulen. Gibt es denn gar kein Motorrad für mich?

Aber eins gibt es ja noch, nagelneu auf dem Markt:



21 Zoll Vorderrad? *check*
Speichenfelge? *check*
große Sitzhöhe? *check* (87 cm, 3 cm aufpolstern ist kein Ding)
aufrechtes Sitzen? *check*
Kniewinkel ok? *check*

Auch die Probefahrt war seeeeehr zufriedenstellend. Das Windschild ist auch hier nicht optimal, zumal der Wind anscheinend auch durch die Gabelöffnung vor dem Tank strömt und von unten auf den Helm trifft- aber daran könnte man eh erst nach einer Aufpolsterung des Sitzes arbeiten.
Die neue AfricaTwin in Schwarz, mit DCT, das mich auf einer anderen Probefahrt restlos überzeugte! Absolut ruckfrei, im Soziusbetrieb gibt es damit keine "Helmklopfer" mehr. Lieferzeit (bedingt auch durch das Erdbeben in Japan, genau dort, wo sich die Honda- Produktionsstätte befindet) soll ca. bis Dezember 2016 betragen.

Ich glaube, das Bike ist es. Es ist zwar auch nicht das Leichteste, aber die anderen Punkte stimmen- und vor allem war auch das Gesicht meiner Freundin nach 20/30 Kilometern Probefahrt sehr entspannt :-)

Kann ich bis Dezember warten?

Kleiner Tipp:

 
*flööööööt*

:-)






Donnerstag, 14. Januar 2016

Liebe auf den ersten Blick

... oder: Zylinderverdopplung die Zweite.


Meine Güte, wieso kann ich mich eigentlich sooo schlecht an die zeitlichen Abläufe erinnern? Ich weiß nicht mehr, wann ich die Dom verkaufte und gegen die Transe eintauschte. Ich weiß nicht mehr, wann ich...

Moooment, das war doch genau das, was ich erzählen wollte.

(Ungefähr) April 1998. Die Transalp wird aus dem Winterschlaf gerüttelt, ein paar kurze, schöne Touren sind erlebt und genossen. Nach nun insgesamt 6.000 Kilometern wird der erste Service fällig.
Ich fahre in voller Montur nach Werl zum Honda- Händler und betrete den Laden. Schnell nehme ich Sichtkontakt zum Service- Ansprechpartner, Chef, alles-in-einem auf (das ist Absicht, dass die Ladentheke immer gaanz hinten steht und man an allen ausgestellten Moppeds vorbei MUSS, gell?) und will gleich besprechen, was an der Transalp alles gemacht werden soll. Inspektion- und ich will sie entdrosseln lassen, denn seit Februar darf ich offene Klasse fahren! *freu*

Während des Marsches durch den Laden mit den Reihen voller Motorräder fällt mein Blick auf etwas Grünes.
*Ziiiinnnnnggggg* Was - ist - das? *allesistplötzlichrosaundBlümchenfliegenummichherum*

Das Bild machte der "Kamerad" nach dem Verkauf an ihn- bin ihm immer noch dankbar :-)
Honda VFR750F. Modell 1995. Aber nicht ein Staubkorn, nicht eine Macke, gar kein Makel- einfach nur ein wunderschönes Motorrad! *hachseufz*

"Schön, nicht?"

"Ohh ja, und wie!"

"3000 km, gefahren von einem Zahnarzt aus Soest, der hat sie gehegt und gepflegt."

"DAS sieht man! Aber auch nur 3000 km auf der Uhr..."

(unterbricht mich) "... Zahnarzt eben. Er hat sich die neue VFR800F gekauft. Dieses Schmuckstück habe ich sehr gern in Zahlung genommen." 
(Er sieht meinen "verliebten" Blick) "Probefahrt?"

(erfreut und überrascht) "Darf ich echt?" 

"Ordentlich fahren und nicht durch den Dreck" zwinkert er mich an.

Uiuiuiuiuiuiui!
Von 34 auf 98 PS. Inoffizielle Messungen anderer Modelle dieser Reihe haben durchweg (angeblich) 107 PS ergeben... aber versicherungstechnisch waren 98 PS damals extrem (!) günstiger.

Die Maschine bekommt ein rotes Kennzeichen, wird aus der Halle geschoben und im strahlenden Sonnenschein abgestellt. Der Metallic-Lack glänzt, nicht ein Kratzerchen ist zu sehen.
Der Freundliche sagt nur "Bedienung genau wie bei der Transalp, aber erstmal langsam am Gas drehen", drückt mir den Schlüssel in die Hand und lächelt mich erwartungsfreudig an.
Eingeschüchtert stecke ich den Schlüssel in das Schloss, drehe ihn und drücke auf den Starter. Ein tiefes, blubberndes Motorgeräusch, das nach 'ordentlich Kraft' klingt. Ich setze den Helm auf, ziehe die Handschuhe an und setze mich auf das Motorrad. Huch, niedrig! Aber ist ja auch keine "Funduro". Ich fahre im ersten Gang und rolle vorsichtig vom Hof.
Ganz fremd sind mir schwere, niedrige Motorräder ja nicht, denn ein wenig Erfahrung konnte ich mit der BMW R80 beim Bund sammeln. Aber *dieser* Druck?! Die Leichtigkeit der Geschwindigkeit! IRRE!

Alles in mir vibriert, ich bin geblitzdingst. Ich kenne nichts anderes mehr als dieses Motorrad, dieses Fahrgefühl, dieses Motorgeräusch.
Nach vielleicht 20 Minuten Fahrt rolle ich wieder auf den Hof, stelle die VFR vor dem Eingang ab, gehe in den Laden und gebe dem Freundlichen den Schlüssel.

"Und?"

"Einfach nur geil!"

"Reservieren?"

"Jau. Und warte mit der Inspektion und Entdrosselung der Transalp"

Mit einem Leihmopped (über eine 600er Shadow möchte ich mit meinen 196cm Körpergröße bitte nicht reden ;-) ) fahre ich nach Hause. Meine (damalige) Gattin schaut mich an und sieht sofort, dass da "etwas passiert ist".
Am nächsten Tag fahre ich mit der Shadow, meine Frau mit dem Auto hinter mir her... natürlich nach Werl. Nach einer Besichtigung (die ausführlichen Gespräche hatten wir am Vorabend geführt) sagte sie "Na ja, du gibst ja eh nicht auf. Dann kauf sie." 

Und plötzlich geht alles ganz schnell. Wir vereinbaren einen fairen Preis für die Transalp, der Kaufvertrag für die VFR wird unterschrieben, den Rest erledigt der Freundliche ganz allein.

Ein paar wenige Tage später fahre ich keine 34PS- Transalp mehr, ich bin Besitzer eines 98PS- Motorrads, das optisch soo wunderschön daherkommt- ich bin GLÜCKLICH!

Meine damalige Schwiegermutter prägte den Satz "du siehst auf dem Motorrad aus wie ein Affe auf dem Schleifstein"- und ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf. Eigentlich war die VFR viel zu klein, viel zu niedrig für mich. Ich kann mich zwar nicht an Schmerzen in den Knien oder Handgelenken erinnnern, dennoch denke auch ich, dass ich einfach nicht auf Sportler oder gar Supersportler gehöre.

-------------------------------------------------------------------------------------------------

1999. Ich werde Vater! 

Innerhalb einiger Monate wird das ganze Leben umgestrickt. Der Umzug in eine Wohnung, die etwas besser für Babys und Kleinkinder geeignet ist- außerdem wird unsere Traumwohnung gerade frei, denn der Sohn der Vermieterin, die 2 Häuser weiter wohnt, muss nach dem Studium Richtung Mannheim. Aber sie hatten eine schöne Küche gekauft,  die nach Möglichkeit übernommen werden soll. Und dann noch ein Auto, per Leasing finanziert.
Umzug, Küche, Auto... und meiner Meinung nach sollte ein junger Familienvater nicht unbedingt Motorrad fahren, denn das Risiko ist ja schon etwas höher...

Die VFR verkaufte ich an einen Kameraden, bei dem ich sie in guten Händen wusste! Ich habe sie ohne einen Kratzer, ohne einen Makel verkauft, denn auch ich habe sie äußerst ordentlich und hingebungsvoll gepflegt.

Und wieder setzt die Erinnerungslücke ein: Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilometer ich mit ihr gefahren bin. Ich glaube, ich habe die 6000er Inspektion gemacht und neue Reifen gekauft. Auch danach war ich etwas unterwegs, in meiner Erinnung schwebt gaaanz schwach eine nicht-ganz-erreichte 10.000er- Marke herum. Demnach bin ich fast 7.000 Kilometer mit der VFR gefahren.

Im Mai 1999 hat sie mich verlassen und damit eine 10,5 - jährige Motorradpause eingeleitet.

Mein Fazit: 
Eine Dominator, eine Transalp und eine VFR. Die VFR habe ich in der Hauptsache als optisch wunderschönes Motorrad in Erinnerung. Die Motorleistung war später gar nicht mehr so ausschlaggebend, eher die Tourentauglichkeit.
Bei der Dominator habe ich dieses Einzylinder- Gefühl gehabt, das ich auch heute wieder bei der Ténéré habe.
Und die Transalp?
Im Nachhinein glaube ich, dass ich die Transalp nie richtig "geehrt" habe. Ich habe sie verkauft, bevor sie mich mit ihren 50PS (34 PS waren wirklich recht wenig, oder?) richtig überzeugen konnte.

Im Jahre 2008 war ich mit meinem besten Freund auf der Motorradmesse in Dortmund. Die Ténéré wurde ganz frisch vorgestellt, die F800GS war auch recht frisch- und bei genau diesen beiden Motorrädern zeigte der Daumen meines Freundes nach oben. Beurteilt hat er ausschließlich nach optischen Gesichtspunkten, also nach dem "sieht das Motorrad unter dem Volker nicht zu sehr verloren aus?"

Und auch deswegen fahre ich heute eine Ténéré. Hoch, schlank, 48 PS, nicht zu teuer für einen "Wiedereinsteiger". Aber DAS kann ich doch später noch schreiben, gelle? Hab ja 10,5 Jahre Zeit *zwinker*




Montag, 14. Dezember 2015

Zylinderverdopplung

Eintopf. Ein Zylinder, 48 PS 34 PS (da wegen des Anfängerführerscheins gedrosselt). Die Honda NX 650 Dominator war ein richtig, richtig tolles Motorrad. Aber Einzylindermotoren sind eben ruppiger als die Pendants mit 2 (oder mehr) Zylindern.

Seit Wochen überlege ich, wann ich die NX 650 gekauft und wieder verkauft habe. Sogar meine alten Unterlagen habe ich durchforstet... nix gefunden. Und dabei hebe ich fast jeden Kladderatsch auf. Meine ersten Kontoauszüge aus dem Jahre 1986 hab ich noch!

Den Führerschein habe ich seit Februar 1996. Die Dominator habe ich dann wahrscheinlich im April / Mai 1996 gekauft- und ich kann mich daran erinnern, dass ich dieses "Einzylinder- Gasgeben- Erlebnis" nach der dann irgendwann folgenden Winterpause besonders stark empfand und in diesem Moment wirkliches Glück fühlte *hach* :-)

Wir befinden uns somit im Jahre 1997. Der Kollege Kamerad, der mir die Dominator verkauft hatte, wollte sie auch gern wieder zurücknehmen. Zum einen hat er seine "Domi" öfter zu Gesicht bekommen, wenn sie vor dem Kompaniegebäude stand, zum anderen bekam er meine häufigen Wunschäußerungen nach mehr Laufruhe täglich zu spüren.

6000 km Inspektionsintervalle haben es ermöglicht, häufiger beim Honda- Händler vorbeizuschauen. Und die Neugier. Ist das ein reines Männergen?

Und da sah ich sie: Die XL600V Transalp. Nagelneu, aber das Vorjahresmodell- dadurch aber etwas günstiger.
Natürlich versuchte der Verkäufer trotzdem, mir ein aktuelles Modell in die Garage zu schieben: "Die 97er Transalp hat vorn aber 2 Bremsscheiben, dadurch ist die Bremse spürbar griffiger geworden". (Ähm- wer mal eine Transalp PD06 gefahren ist, der weiß, dass die Bremse in der Tat recht schwach ist. Die Doppelbremsscheibe ab Modell PD10 hat ihren Sinn!)

Ich schätze, dass es im April 1997 war, als ich die Dominator an ihren Vorbesitzer zurückverkaufte und den Kaufvertrag für die Transe unterschrieb.
DAS war es! Leider auch hier noch 34 PS :-( Laufruhe, ein leiserer Sound, eine beuemere Sitzbank, mehr Motorrad zwischen den Beinen.

Und- Trommelwirbel!- das einzige Bild, das in der Zeit mit Volker und Transalp gemacht wurde:
Ein Handyfoto eines eingerahmten Bildes. Die Haare sind ja noch richtig dunkel *lach*
Meine Güte! Immer, wenn ich dieses Foto anschaue, dann denke ich "warum hast du dieses tolle Motorrad eigentlich verkauft?!
Wahrscheinlich wegen der 34 PS. Was bei der Domi der Einzylinder- Stampf wettmachte, kam bei dieser 2-Zylinder als Schwäche an. Das ist zumindest meine Vermutung- sodass nach einem eigentlich tollen Jahr (und der nächsten Winterpause) Mopped Nr. 3 folgte.

Ja, ganz ehrlich, dieser Transe trauere ich hinterher. Es ist genau das, was ich heute wieder suche.
Ich hätte dann im Jahre 2009 nicht die Ténéré kaufen "müssen"- aber dann hätte ich nicht dieses schöne schwarze Motorrad hinter der Garage im Garten stehen.

Ach ja, wenn das liebe Geld nicht wäre, dann hätte ich mind. 4 Motorräder und Bedarf an einer großen Garage :-)  



Mittwoch, 23. September 2015

Das erste Motorrad


Führerschein geschenkt- eigenes Mopped muss her!

Ähm... ich gehe mal kurz ein paar Jährchen zurück...
Die Moppedausbildung beim Bund war richtig klasse! Und kostenlos. Der Führerschein wurde mir "geschenkt", da ich Fahrlehrer werden sollte. Und ein Fahrlehrer braucht A...

Zuerst wurden 2 Wochen ausschließlich auf dem angrenzenden Standortübungsplatz verbracht. Zehn Tage lang nur Gelände! Die 125er Hercules war zwar nicht gerade "DAS" Bike, aber sie war ein Zweitakter (und damit relativ spritzig), sie war leicht- und sie war nicht *mein* Eigentum.
Na klar, die Moppeds waren nicht unser, trotzdem haben wir sie sehr pfleglich behandelt. Und dennoch ist es etwas anderes, wenn man seine X-Euro-teure-Maschine wegwirft, oder ob man ein robustes, leichtes Mopped fährt, das auch mal im Dreck landen darf. Die Manöver waren entsprechend... öh... waghalsig. Mutig. Irrsinnig. GEIL! *lach*
Der Ausbilder und Fahrlehrer war so richtig gut. Nicht nur supernett (was beim Bund ja nicht so der Regelfall war), sondern auch ein genialer Geländefahrer, der uns so einige Tricks und Kniffe beibrachte.

Vielleicht habe ich auch deswegen ein Motorrad, mit dem ich auch mal gröbere Schotterwege fahren kann. Vor allem aber sind diese Art Motorräder wegen des Federwegs recht hoch, sehen daher unter meinen 196cm und über 100 Kilo *hust* nicht so verloren aus.

--- Verlinkt von www.fahrzeugbilder.de ---

Nach weiteren 4 Wochen war dann der Führerschein in der Tasche. Jahaa, es galten für die 1b- Klasse damals noch 80ccm, deswegen durfte ich den 1a auch mit einer 125er mitnehmen. Der 1a von damals ist grob mit A2 heute vergleichbar.

Hatte ich erwähnt, dass ich den Lehrgang in der 2. Hälfte des 4. Quartals 1995 besuchte? Die Ausbildung auf der Autobahn also bei -5 Grad (MINUS!) stattfand? Nicht?
Und dass man als Fahrlehrer die offene Klasse brauchte, also A? Das war aber ein getrennter Lehrgang über 2 Wochen, der dann für Februar 1996 beantragt war.
Aber immer noch nicht genug der kalten Jahreszeit auf 2 Rädern: zum Erwerb A mussten auf der Hercules 1000 gefahrene Kilometer nachgewiesen werden! 1000 Kilometer im Januar....
Ausbildung A im Februar bei -15 Grad (daran erinnere ich mich ziemlich genau! :-/ )


Ich kürze es mal so ab: ICH HABE SOOOOO SEHR GEFROREN! 
Und heute kann ich drüber lachen! :-)

Die Ausbildung A wurde mit einer BMW R80 durchgeführt. Seither kann ich mich durchaus für Boxermotoren begeistern. Ein irgendwie uriges Gefühl, es wackelt bei niedrigen Drehzahlen nach rechts und links, im Gegensatz zum Eintopf- Gestampfe eines stehenden Einzylinders. 


Leider, und das wirlich LEIDER: Ich durfte trotz des Erwerbs A nur BW- intern die offene Klasse fahren, zivil waren nur 34 PS für 2 Jahre erlaubt- einen Direkterwerb gab es nicht :-(

Soderle, ich kann jetzt endlich mal zu MEINEM ersten Motorrad kommen:




Och nöö! Ich finde kein Foto in der Farbe, in der ich sie hatte. Dann eben nur der Link zu Wiki:
Honda NX650 Dominator

Eigentlich genau der Typ Motorrad, den ich jetzt gerade auch fahre: Hohe Sitzposition, Einzylinder, um die 650 ccm.

Wer hat schon einmal eine Fahrt mit einem relativ hubraumstarken Einzylinder erfahren dürfen?
Wer es noch nicht gemacht hat, der muss es unbedingt mal machen! Dieses "Flöpp flöpp flöpp", das immer stärker wird, ist unbeschreibbar, es muss erlebt werden! Und genau DAS war bei dem Bike sehr beeindruckend, trotz der "nur" 34 PS. Ich erinnere mich wirklich sehr gern an diese Zeit, auch wenn es letztlich nicht wirklich viele Kilometer waren. Ich schätze es auf höchstens 2000 Kilometer...

Mit der Dominator hatte ich meinen ersten Unfall: Nachdem die Straße endlich zweispurig wurde und ich seit mehreren 100 Metern hinter einem Auto festhing, das gemütlich mit 30 bei erlaubten 50 km/h fuhr, gab ich Gas, um kurz für die nächste Ampel bremsen zu müssen, die gerade von grün auf gelb umsprang (bei 50 km/h wäre man genau auf der grünen Welle schwimmen können). Es hatte nach mehreren schönen Tagen in Folge frisch angefangen zu regnen und sich der berühmte schmierige, seifige Film gebildet. Hinterrad überbremst, es blockierte, das Motorrad stellte sich quer... und bei schätzungsweise 6-8 km/h Restgeschwindigkeit hat es mich seitlich umgeworfen. Passend genau lag ich auf der weißen Haltline der Ampel *lach*

Schaden:
  • ein angeknackstes Ego
  • abgebrochener Bremshebel
  • sonst nichts, da das Mopped auch auf dem Bundeswehrstiefel gelandet war
Wäre mit ABS nicht passiert. Mein aktuelles Motorrad hat auch kein ABS :-o

Ich fahre trotzdem recht gern bei Regen. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht ist es die Konzentration auf das Motorradfahren an sich? Man gibt sich mehr Mühe, alles rund und nicht abgehackt zu machen.

Einzylinder fahren macht eine Menge Spaß, nicht wahr, Svenja?
Und trotzdem sehnte ich mich damals nach einem ruhigeren Mopped, einer 2-Zylindermaschine. Die habe ich dann auch ein Jahr später gekauft.
Und so sehr ich meine Ténéré liebe: ich sehne mich (wieder) nach einer 2- bis max. 3- zylindrigen Maschine.

Im nächsten Post aber erst einmal der Nachfolger der Dominator. Ich nehme vorweg: Es war eine Honda. 






Donnerstag, 17. September 2015

Erster Post... ich versuche es mit einer ausgedehnten Feierabendrunde

Mittwochmittag.
Ein Blick in die WetterApp lässt mein Motorradfahrerherz einen Sprung machen: Am Freitag soll es bei 18-20 Grad heiter bis wolkig sein. Ideale Voraussetzungen, nicht zu frieren, nicht zu schwitzen, auch die Regenkombi kann zu Hause bleiben. 

In Gedanken bereite ich meine Ténéré vor. Muss ich noch tanken? Warum war der Vorderreifen zuletzt komplett ohne Druck, hatte nach der letzten Tour aber noch immer genau den Luftdruck, den ich eingefüllt hatte?!
Aber irgendetwas in mir flüstert, dass die Fahrschul- GS mal wieder bewegt werden müsste. Der arme H. hatte die F800GS Adventure im Juni des letzten Jahres für sich zur Begleitung der Fahrschüler gekauft... und seitdem aus Gesundheits- und Zeitgründen ganze 200 km geschafft. Mit meinen ~200km im Mai diesen Jahres hat sie etwas über 400km auf der Uhr stehen.
Ja, ich will die GS bewegen. Ein kurzer Anruf, H. sagt sogar begeistert zu- und schon stehe ich am Donnerstagabend in der Garage und nehme die BMW in Augenschein. Ups, etwas über 700km auf dem Tacho? H., du wirst doch wohl nicht?!... (Ich hätte es ihm gegönnt... aber er hatte sie an einen Ex- Fahrschüler  verliehen). Ganze 2 Kilometer sind es bis nach Hause, ich stelle die Rote im Hof ab und gehe in die Wohnung. Gute Nacht, bis morgen, ich bin schon richtig aufgeregt. :-)

Freitagmorgen.
Ich fahre mit der GSA die 60 Kilometer zur Arbeit, davon ca. 35 km Autobahn. Jadoch, es stimmt, ein Motorrad mit 2 Zylindern ist laufruhiger, angenehmer bei etwas höherem Tempo zu fahren. Dann hat meine Ténéré mit dem Heidenau K60 Scout auch relativ grobstollige Reifen aufgezogen, die solche Fahrten eher lästig werden lassen. Aber die BMW gleitet so dahin, es ist... ja, ich gebe es zu, es ist angenehm.
Aber das Windschild?! Ich glaube, für meine 196cm ist es überdimensioniert. Kleinere Fahrer werden sich fast komplett hinter der Scheibe schützen können, aber Menschen ab vielleicht 180cm Körpergröße werden ihre liebe Not mit der Luftabrisskante haben. Der Helm befindet sich dann genau in dem grob verwirbelten Bereich, sodass ein lautes Knattern die Fahrt begleitet.
Bei mir ist es halt genau die Unterkante des Helms. Sobald ich den Rücken etwas mehr durchstrecke und der Helm im direkten Fahrtwind liegt, ist es wesentlich angenehmer zu fahren! Sollte ich jemals eine GSA fahren, würde ich definitv Ausschau nach einem anderen Windschild halten.

Es geht los! Nach 8 Stunden Arbeit stehe ich bei schönstem Wetter vor der Firma und ziehe mit einem dicken Grinsen der Vorfreude Helm und Handschuhe an.
Die ersten Kilometer fahre ich auf Bundesstraßen und Autobahnen, damit ich schneller ins Zielgebiet komme. Ohne Probleme erreiche ich - gerade mal 15 Minuten von der Innenstadt Dortmunds entfernt- die Stadt Schwerte, genauer Ergste. Mein Ziel ist der "Schälk", die kurze Strecke mit ein paar schönen Kurven führt südlich nach Iserlohn- Letmathe.

Es ist - wie gesagt- Freitag, der Schälk ist in der Woche zwischen 17 Uhr und 22 Uhr sowie Samstags, Sonn- und Feiertags gesperrt. (Hier einen nachträglichen Dank an die lauten Knieschleifer, die sich nach Feierabend dort in großen Gruppen trafen und die Strecke mit 120 Sachen und 120 Dezibel rauf- und runtergefahren sind. Jetzt dürfen auch langsame Tourer nicht mehr...) Es ist knapp 15 Uhr, alles im grünen Bereich. Ich genieße die ersten Kurven, die sind auch bei 50 km/h und Rüttelstreifen davor schön zu fahren.

So! Ich fahre heute viel klein-klein, also enge und schmale Straßen. Ich möchte auspobieren, wie sehr sich die ca. 30 Kilo Unterschied zu meiner Ténéré bemerkbar machen.
In Iserlohn- Letmathe fahre ich im Kreisverkehr "links" und nach ein paar hundert Metern nach rechts über die Lennebrücke, um die Ministraße nach Versede zu nehmen.


Es geht bergauf, die Kurven beginnen- aber ich muss vorsichtig fahren, am Freitagnachmittag und Stau auf der A45 wird diese Straße gern als Stauumfahrung genutzt- und in der Tat kommen mir auf den paar Kilometern an die 30 Autos entgegen. Meistens zu schnell, in genau den Kurven, in denen ich ihnen gerade langsam entgegenkomme :-(





Ah, halt, ich möchte ja mein neues kleines Fotoknipschen ausprobieren, also mache ich schnell einen Fotostopp... ähh... wo ist denn... ich hatte sie doch im Büro noch... Mist, sie ist nicht da! Die Kamera liegt im Büro auf dem Schreibtisch und erholt sich von ihrer anstrengenden Reise mit DHL. Tja, dann muss das Handy herhalten.







 Hinter Versede geht es leicht hügelig in geschwungenen Kurven eine wunderschöne  Landschaft entlang. Auch hier lege ich wieder eine Fotostopp ein. Ich muss zugeben, dass es für mich noch etwas ungewohnt ist, "andauernd" anzuhalten, umzudrehen, den schönsten Aussichtspunkt suchen und ein Foto zu machen. Aber es lohnt sich wahrlich!




Am Ende der Straße biege ich rechts ab und fahre ein paar kurze Kilometer eine gut ausgebaute Umgehungsstraße entlang, bis ich das erlösende Schild sehe: Brenscheider Mühle
Hier geht es abrupt in eine sehr enge Straße über. Zwei kleine Serpentinen, die ich auch wieder langsam angehe- HUCH! Eine Horde wildgewordener Motorradfahrer kommt mir in Schräglage entgegen. Auf einer Straße, gerade mal 2,5 oder 3 Meter breit und in einer engen Linkskurve (aus deren Sicht) schießen sie auf mich zu, erschrecken, bremsen ab, richten das Mopped auf und versenken sich beinahe im hohen Gras. In diesem Moment schreie ich laut meinen Frust mit wüstesten Schimpfwörtern in den Helm, die bestimmt auch außerhalb des Helms zu hören sind! *Grmpf!* Gut ein Dutzend Biker mit gelben Kennzeichen.... das soll hier aber keine Wertung sein, sowas findet man auch mit weißen Kennzeichen :-/

Beim nächsten Fotostopp zittern die Knie immer noch etwas, daher mache ich ein paar Fotos mehr...

 






Für die nächsten Minuten werden die Straßen aber etwas breiter. So kann ich die Gedanken etwas schleifen lassen, trotzdem merke ich, wie ich langsam Kopfschmerzen bekomme. Ich Type habe vergessen, etwas zu trinken mitzunehmen. Außerdem schmerzt der Rücken. Im Rucksack habe ich die normale Kleidung, die ich im Büro anhatte, dazu noch ein paar Ersatzhandschuhe, eine Fleecejacke und Kleinzeugs.
Ich unterquere die A45, fahre in das Örtchen Rumscheid und halte direkt nach der ersten Kurve an.






Die Strecke hier ist nicht von schlechten Eltern. Es ist wirklich so breit, dass selbst ein Motorrad nicht an einem Auto vorbeifahren kann. 






Hier stehe ich, ahne nichts böses, als es hinter mir plötzlich hupt. Ich falle vor Schreck beinahe um- ausgerechnet ein dicker Geländewagen will an mir vorbei.





Ich lasse mich ein paar Meter bergab rollen, dort ist eine kleine Ausweichstelle. Nachdem der Jeep sich vorbeigemogelt hat, mache ich noch ein Foto von einer Spitzkehre. Runter- und damit weit außen- geht es prima und ohne schlechtes Gefühl.
Diese Strecke rauf und in der Spitzkehre innen: Gegenverkehr, ich kann also nicht weit ausholen. Mit mehr Glück als Fahrkunst zirkele ich das Gewichtsmonster um die Kurve und am Gegenverkehr vorbei- PUUHH!

In diesem Moment weiß ich, dass das Übergewicht der GSA recht weit oben liegt. Später am Abend denke ich, dass das Motorrad sehr viel Spaß macht, aber deutlich zu spüren war, dass es mit sich leerendem Tank immer angenehmer wurde. Das schreit regelrecht nach der "normalen" GS!





Weiter geht es über etwas breitere Straßen Richtung Altena. Nun kommt ein Abschnitt, der mich recht lang durch die Stadt führt. Aber einen Weg drumherum habe ich schon früher vergeblich gesucht.





Burg Altena
Es geht nicht mehr. Die Kopfschmerzen werden immer schlimmer, es strahlt vom Rücken hoch.
Ich beschließe, zur Burg Altena rauf zu fahren. Auf dem Mitarbeiterparkplatz reiße ich Helm, Handschuhe und Rucksack ab, ziehe die Jacke aus und lasse 10 Minuten den lieben Gott einen guten Mann sein. Spannriemen für den Rucksack habe ich nicht dabei, aber mit den rucksackeigenen Riemen schaffe ich es, das schwere Ding auf Soziussitz und Gepäckbrücke festzuzurren. Boah, welch eine Wohltat!




Nun folgen mehrere breitere Strecken, von denen ich nur ein Beispielfoto habe. Ich hätte immer nur eine Kurve erwischt, das ist -als Fotoserie- nu wirklich nicht interessant.
Als Film hingegen schon, aber die Helmkamera liegt unbenutzt in der Nachttischschublade...




Nach richtig schönen Motorradstrecken über Dahle, Neuenrade, Leinschede und Allendorf erreiche ich den Sorpesee. Dort kann man auf den langen Kurven meist 70 km/h fahren, völlig ausreichend für den Fahrspaß.


Sorpesee

Sorpesee Staumauer
 Im Vorbeiflug passiere ich die Staumauer. Die Zeit wird langsam knapp, ich fahre bereits seit knapp 3 Stunden und habe noch an die 1,5 Stunden vor mir. Dabei wollte ich um 19.00 Uhr zu Hause sein- da wird nichts draus. Aber- schlimm ist was anderes :-)

Mein nächstes Ziel ist der Ochsenkopf: Eine Motorradstrecke zwischen Sundern und Arnsberg, die Straße verbindet quasi Sorpesee und Möhnesee. Der Straßenzustand ist nicht supergut, daher wundert mich eigentlich, dass die laute Knieschleiferfraktion dafür sorgen konnte, dass es hier am Samstag, Sonntag und  Feiertag wieder mal für Moppeds verboten ist, die Straße zu benutzen.

Einfahrt zum Ochsenkopf. Heute ist Freitag, ätsch :-)






Ach ja *seufz*, der Zeitmangel drängt mich zur Eile. Dennoch fahre ich eine meiner Lieblingsstrecken: Neuhaus, am Möhnesee gelegen. Hier kann ich mich immer wieder nach Schweden "denken", hier ist es wirklich einfach: SCHÖN! 




Am Ende dieser Strecke, bereits mit Sicht auf den Möhnesee, bietet sich mir folgender Anblick:


Eine Montgolfiade! Die Ballons im restlichen Sonnenlicht, herrlich! Hier ärgere ich mich am meisten, dass ich den ordentlichen Fotoapparat im Büro hab liegen lassen.


Nach diesen Eindrücken fahre ich auf schnellstem und kürzestem Weg nach Hause, also auch Autobahn und eine ... ähh... langweilige immer-nur-geradeaus-Landstraße. Zu Hause bin ich dann (nachdem ich noch schnell eine Dönertasche in der Tüte am linken Arm nach Hause jongliert habe) so gegen 20.15 Uhr. Ich habe mich deutlich in der Zeit vertan, bereue aber keine Minute! :-)

Ein toller Tag auf einem tollen (mit Abstrichen) Motorrad.

*Hach*

P.S.: Nachdem ich veröffentlicht hatte, schaute ich mit den Post erst am Abend im Originalzustand an. Warum lappen die Bilder über den Rand? Alles doch ziemlich schlicht und dunkel. Da ich - obwohl ich in der EDV beschäftigt bin- mich bisher erfolgreich gegen html und css wehren konnte, habe ich nun anscheinend etwas Nachholbedarf ;-)